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Neue Zwölf-Uhr-Regel an der Tankstelle - Sieben Spar-Strategien für Autofahrer

Ob die neue Preiserhöhungsregel an der Tankstelle Autofahrer tatsächlich entlastet, bleibt abzuwarten. Wer sich geschickt verhält, könnte aber zumindest nicht unnötig draufzahlen.

Foto: SP-X - Autofahrer sollten ihre Tankstrategie überdenken

Foto: SP-X - Autofahrer sollten ihre Tankstrategie überdenken

Die Bundesregierung will gegen die hohen Spritpreise vorgehen – und gibt den Tankstellen genaue Regeln für Preisänderungen vor. Sieben Regeln, die Autofahrern helfen, möglichst günstig zu tanken. 

Das Paket der Bundesregierung sieht im Detail wie folgt aus: Künftig sollen Tankstellen ihre Preise für Benzin und Diesel nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, und zwar um 12 Uhr. Preissenkungen bleiben weiterhin jederzeit möglich. Der Bundestag hat das entsprechende Paket beschlossen, der Bundesrat soll am 27. März abschließend darüber beraten. Die neuen Regeln sollen möglichst noch vor Ostern gelten. Ziel ist mehr Transparenz an der Zapfsäule, nachdem sich die Kraftstoffpreise bislang im Schnitt bis zu 22 Mal pro Tag änderten.

Wer an der Tankstelle möglichst günstig wegkommen will, muss seine Tankstrategie daran anpassen. Und zumindest in den ersten Tagen einige Regeln beachten, bevor sich unter Umständen neue stabile Preismuster bilden. 

Erstens: Nicht sofort nach 12 Uhr tanken

Wenn Preiserhöhungen nur noch zu diesem festen Zeitpunkt erlaubt sind, dürfte genau dann bei vielen Stationen der Tageshöchststand erreicht werden. Naheliegend ist es daher, die Mittagszeit eher zu meiden. Wer flexibel ist, fährt deshalb zumindest in den ersten Tagen nach Inkrafttreten besser erst am späten Vormittag oder abends zur Tankstelle.

Zweitens: Der frühen Nachmittag beobachten

Weil Preissenkungen weiter ohne Begrenzung möglich sind, können die Preise nach einem Mittagsaufschlag im Tagesverlauf wieder sinken. Wenn einzelne Tankstellen Kunden anlocken wollen, sind schon am Nachmittag oder frühen Abend Rabattrunden denkbar. Der Gesetzgeber will den Preiswettbewerb über genau diese weiterhin unbegrenzten Preissenkungen erhalten.

Drittens: Den späten Vormittag beobachten

Wenn Betreiber nur mittags erhöhen dürfen, steigt für sie der Anreiz, davor möglichst attraktiv zu bleiben, um noch Nachfrage mitzunehmen. Für Autofahrer heißt das: Die Chance auf günstige Preise dürfte tendenziell am späteren Vormittag besonders gut sein, jedenfalls solange sich noch kein stabiles neues Muster eingespielt hat.

Viertens: Die ersten drei bis sieben Tage wie einen Lernzeitraum behandeln

Gerade direkt nach Inkrafttreten werden viele Betreiber erst testen, wie hoch sie den Mittagsaufschlag setzen können und wie schnell sie danach wieder runter müssen. Deshalb sollten Autofahrer in den ersten Tagen in ihrem Tankstellenumfeld Muster beobachten: Wie verhalten sich die drei bis fünf regelmäßig genutzten Stationen morgens, um 12 Uhr und am Nachmittag? Wer diese lokale Routine kennt, hat schnell einen echten Vorteil.  

Fünftens: Wieder Preis-Apps nutzen

Bislang war es oft so, dass ein günstiger Preis in der App bei der Ankunft schon wieder verschwunden war. Wenn Erhöhungen nur noch einmal täglich erlaubt sind, steigt die Chance, dass ein gefundener Preis wenigstens für einige Zeit verlässlich bleibt. Der Blick aufs Smartphone dürfte sich daher künftig noch mehr lohnen.

Sechstens: Nicht mit generell niedrigeren Preisen rechnen

Das Hauptziel der Regelung ist mehr Transparenz und weniger hektische Preissprünge. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass der Sprit insgesamt billiger wird. Schon früher haben strikte Preisregeln im Schnitt auch höhere Preise ausgelöst, wenn Anbieter vorsichtshalber stärker anheben und dann schrittweise wieder senken. Für Autofahrer bedeutet das: Der beste Hebel bleibt Timing, nicht die Hoffnung auf dauerhaft niedrigere Grundpreise.

Siebtens: Bei längeren Fahrten Preise prüfen

Auch bei längeren Fahrten lohnt sich ein etwas anderer Blick als bisher. Dann sollte man nicht nur auf die übliche Tankstelle vor der eigenen Haustür schauen, sondern auf mehrere Stationen entlang der Strecke. Denn künftig könnte es stärker als bisher vorkommen, dass eine Tankstelle nach dem Mittagsaufschlag teuer bleibt, während eine andere ein paar Kilometer weiter ihre Preise schon wieder senkt. Wer vor der Abfahrt kurz die Route in der App prüft, tankt dann nicht automatisch am Startpunkt, sondern dort, wo es auf dem Weg tatsächlich am günstigsten ist.

Am meisten profitieren dürften unterm Strich informierte und flexible Autofahrer. Wer Preise vergleicht, den Tagesverlauf bald kennt und nicht erst beim letzten Tropfen tankt, hat die besten Chancen auf einen günstigen Moment.